Baugesellschaft Oberkirch

Historie

„Die Stadt Oberkirch, die immer größer wird, kann ihre zentralörtliche Aufgabe nur dann erfüllen, wenn ihr Wohnungsangebot gut ist.“
Erwin Braun, Bürgermeister, 1948 – 1981

„Der Bau von bezahlbaren Mietwohnungen, die in ein vernünftiges Wohnfeld eingebunden sind, ist seit der Gründungszeit eine der zentralen gesellschaftlichen Aufgaben der Städtischen Baugesellschaft.“
Willi Stächele, Bürgermeister, 1981 – 1998

„In all den Jahrzehnten mögen sich die Anforderungen im Tagesgeschäft verändert haben, doch das Ziel blieb dabei stets unverändert: für die Menschen, insbesondere die Familien, günstigen und attraktiven Wohnraum zu schaffen.“
Matthias Braun, Oberbürgermeister, seit 1999

Die Entwicklung des Kapitals der Städtischen Baugesellschaft 1963 – 2011

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Das Gründungsjahr 1963

Seit 1945 entstehen in Oberkirch fast 900 neue Wohnungen. Trotzdem sind im Jahr 1963 ungefähr 200 Familien als wohnungssuchend registriert, über 800 Personen warten auf eine Verbesserung ihrer oft beengten und bescheidenen Wohnsituation. Besonders die kinderreichen und sozial schwachen Familien sind auf der Suche nach Wohnraum. Auch ein deutlicher Mangel an Arbeitskräften ist zu verzeichnen. Eine Lösung beider Probleme verspricht die Schaffung neuen Wohnraums zu günstigen Preisen. Dazu gibt Bürgermeister Erwin Braun am 25. September 1961 eine Erklärung im Gemeinderat ab und schlägt die Gründung einer städtischen Baugesellschaft vor, die der Gemeinderat mit einer einstimmigen Grundsatzentscheidung befürwortet. Die Schaffung von Wohnraum soll zum einen der Entwicklung und Unterstützung der Familien dienen, zum anderen auch zur Erhaltung und Stärkung der Wirtschaftskraft beitragen. Die Stadt Oberkirch wird in die Gesellschaft städtische Grundstücke einbringen, außerdem sollen, soweit keine andere Deckung zur Finanzierung vorhanden ist, Ausfallbürgschaften übernommen werden. Auch die örtlichen Betriebe aus Industrie, Handel und Handwerk werden zum Engagement aufgefordert. Die Bezirkssparkasse Oberkirch und die Papierfabrik August Koehler AG folgen diesem Aufruf. In seiner Sitzung am 16. März 1962 beschließt der Gemeinderat der Stadt Oberkirch die Ausarbeitung eines Gesellschaftervertrags. Ziel ist die „Schaffung gesunder und geeigneter Kleinwohnungen und die Überlassung derselben zu angemessenen Preisen.“

Am 11. Juli 1963 ist es soweit: Die drei Gesellschafter Stadt Oberkirch, Bezirkssparkasse  Oberkirch und Papierfabrik August Koehler AG unterzeichnen vor dem Notariat in Oberkirch  den Vertrag mit der Urkundennummer H598/63. Das Stammkapital beläuft sich auf 680.000 D-Mark. Aus steuerlichen Gründen wird es noch im Gründungsjahr auf 773.500 D-Mark erhöht. Neben der Bareinlage werden auch bebaute und unbebaute Grundstücke in die Gesellschaft eingebracht. Die Gründung wird mit der Eintragung ins Handelsregister E, Band III Oz. 30, beim Amtsgericht Oberkirch am 29. Juli 1963 rechtswirksam geschlossen. Damit sind die Organe der Gesellschaft befugt, Rechte auszuüben und Pflichten zu übernehmen. Im September desselben Jahres wird die Städtische Wohnbaugesellschaft Oberkirch Mitglied im Verband Badischer Wohnungsunternehmen  e. V. in Karlsruhe. Der erste Geschäftsführer wird Lothar Seiler, Aufsichtsratsvorsitzender  wird Bürgermeister Erwin Braun. Der offizielle Name lautet: Städtische Wohnbaugesellschaft  Oberkirch mbH. Am 10. Februar 1964 spricht das Regierungspräsidium der Städtischen  Wohnbaugesellschaft rückwirkend die Gemeinnützigkeit zu, eine unabdingbare  Voraussetzung für die Geschäftsabwicklung der Baugesellschaft.

Der Start der Städtischen Wohnbaugesellschaft mit 9 Wohnungen im Gebäude an der Renchener  Straße 42 scheint relativ bescheiden. Doch bereits im Gründungsjahr 1963 beginnt  sie unter Federführung des Architekten Karl-Heinz Rendler mit dem Bau neuer Wohngebäude.  An der Butschbacher Straße entstehen 2 Wohnblöcke mit 60 Wohnungen. An der  Adolf-Kolping-Straße entsteht ein Wohnblock mit 24 Wohnungen. Am 1. März des Jahres  1964 können die ersten Mieter einziehen.  Die Hoffnung, mit der Bereitstellung von insgesamt  84 Wohnungen könne die akute Wohnungsnot beseitigt werden, zerschlägt sich  schnell. Die Nachfrage bleibt auch anschließend deutlich höher als das Angebot. Nicht  nur Familien sind auf Wohnungssuche, auch alte Menschen, Heiratswillige und Fremd- oder  Gastarbeiter. Daher ist in den Anfangsjahren die Schaffung neuen Wohnraums oberstes  Ziel der Städtischen Wohnbaugesellschaft. Beim Bau der neuen Mehrfamilienhäuser legt  die Städtische Wohnbaugesellschaft sehr viel Wert auf „gute und solide Handwerksarbeit.  Auch bei der Ausstattung der Wohnungen wurde darauf geachtet, dass moderne Arbeitsbedingungen für die Hausfrau geschaffen wurden.“ Alle Wohnungen sind seit 1964  mit Heizkörpern ausgestattet. Waschautomaten und Heimbügler stehen gegen ein Entgelt  zur Verfügung. Auch der Verkauf von Heizöl an die Mieter in der Butschbacher Straße ist  eine Aufgabe der Städtischen Wohnbaugesellschaft. Besonders die Gestaltung der Außenanlagen  und die Einrichtung von Kinderspielplätzen findet sehr viel positive Resonanz  bei den Anwohnern und in der Bevölkerung. Ende der 60er Jahre erhält die Gesellschaft  sogar eine Umsatzbeteiligung aus Zigarettenautomaten. Da die Arbeit der Gesellschaft nicht „so ohne Weiteres nebenbei“ erledigt werden kann, beschließt der Aufsichtsrat die Einrichtung  eines Büroraumes im Keller des Wohnblocks an der Adolf-Kolping-Straße 8 sowie die Anschaffung  einer Schreibmaschine Marke „Triumpf – Gabriele 3“, eines Schreibtischs und  eines Schreibtischstuhls. Schon bald wird ein nebenamtlicher Mitarbeiter, Justizamtmann a.  D. Max Kranefeld, eingestellt. Um die anfallenden Arbeiten ordnungsgemäß abzuwickeln  und um den Geschäftsführer Lothar Seiler zu entlasten, wird am 1. April 1968 der kaufmännische  Angestellte Walter Haas fest angestellt. Der Schriftverkehr wird von einer stundenweise  beschäftigten Schreibkraft erledigt. 1971 wird die Buchhaltung vorübergehend über den Magnetkonten-Computer der Stadt Oberkirch abgewickelt. Die Beschaffungeines  Buchungsautomaten erfolgt einige Jahre später.

Lesen Sie mehr: Hier finden Sie die gesamte Chronik der städtischen Baugesellschaft Oberkirch zum Download

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